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Versterbensfall eines chinesischen Staatsbürgers mit letztem Wohnsitz in Augsburg

Versterbensfall eines chinesischen Staatsbürgers
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Ein chinesischer Staatsbürger, der seinen Wohnsitz in München hatte, verstirbt nach dem 17.08.2015 in Augsburg. Der Wohnsitz war auch der ständige Aufenthaltsort.

Der chinesische Staatsbürger hinterlässt einen Betrieb in Form einer GmbH & Co. KG in Augsburg sowie eine Eigentumswohnung in Beijing.

Der chinesische Staatsbürger hinterlässt einen Ehepartner der in Augsburg / Deutschland lebt sowie zwei Abkömmlinge.

Er hinterlässt keine letztwillige Verfügung.

Es kommt aus deutscher Sicht deutsches Erbrecht auf den gesamten Nachlass zur Anwendung, d.h. auch auf das Vermögen in Deutschland und in China in Beijing.

Diese Annahme ist jedoch für die Volksrepublik China nicht entscheidend. Aus chinesischer erbrechtlicher Hinsicht kommt es im Hinblick auf die Eigentumswohnung in Beijing chinesisches Erbrecht zur Anwendung.

Für den Fall, dass der Erblasser auch bewegliches Vermögen in der Volksrepublik China hatte, kommt dann in der Volksrepublik China deutsches Erbrecht zur Anwendung, wobei die Praxis dann chinesisches Erbrecht anwendet.

Komplex wird die erbrechtliche Situation, wenn der Erblasser seinen Ehepartner zum Alleinerben eingesetzt hat und daher aus deutscher Sicht die Kinder enterbt hatte. (Annahme die Kinder sind minderjährig und ohne Einkommen). Das Testament ist dann in Bezug auf die in China befindliche Immobilie teilunwirksam.